Funktionen des Businessplans in der Krise

Ein Businessplan kann in der Krise die folgenden Funktionen erfüllen:

  • Überzeugung der Stakeholder von der Sanierungsbedürftigkeit und Sanierungsfähigkeit des Unternehmens: Wenn jemand einen Businessplan in einer krisenhaften Situation ausgearbeitet hat, kann man davon ausgehen, dass er sich gedanklich intensiv mit dem Vorhaben beschäftigt und die ernsthafte Absicht hat, das Vorhaben auch umzusetzen.
  • wesentliche Voraussetzung der Kapitalbeschaffung: Ohne Darstellung der Wirtschaftlichkeit des Turnaround-Konzeptes dürfte es  ausgeschlossen sein, Geldgeber  zu gewinnen.
  • die Möglichkeit zur Erfolgskontrolle: Der Plan ist Ausgangspunkt für jedes wirksame Controlling. Jeder Unterschied von Soll und Ist kann nachvollzogen werden. Jede Abweichung bedarf einer Bewertung und einer eventuellen Plananpassung. Bei Schieflagen können frühzeitig entsprechende Gegenmaßnahmen eingeleitet werden.
  • Eingebauter Zwang zu systematischer Vorgehensweise: Bei der Erstellung eines Businessplanes ist die Geschäftsleitung gezwungen, alles logisch und mit System zu durchdenken. Dabei werden Informationslücken aufgedeckt und Probleme werden erkennbar. Entscheidungen drängen sich auf und müssen getroffen werden. Alternativen sind zu überlegen.
  • Erzeugung eines Gesamtüberblicks: Der fertige Businessplan sollte alles zu einem Ganzen zusammenfügen. Alle Teile müssen passen und auf die Unternehmenslage bzw. den unternehmensspezifischen Phasenübergang abgestimmt sein. Die Dimension des geplanten Vorhabens wird sichtbar.
  • Erhöhung die Erfolgsaussichten: Ein vorab ausgearbeiteter Businessplan macht die Umsetzung eines Turnarounds einfacher. Dass die Erfolgsaussichten durch die Erstellung eines Businessplans steigen, ist durch die Praxis bestätigt. Denn ein fehlerhafter Plan, gravierende Ist-Abweichungen oder ein nicht vorhandener Plan sind die häufigsten Ursachen für das Misslingen nicht nur von Unternehmensgründungen sondern auch der Krisenbewältigung.
  • Bessere Risikoabschätzung: Die Umsetzung eines Turnaround-Konzeptes ist immer mit Risiken verbunden. Risiken können im Unternehmen selbst oder exogen vom Markt her auftreten. Risiken lassen sich nicht ausschließen, sie sind das Gegenstück zu den unternehmerischen Chancen. Peter Drucker sagte, ‚Gewinne sind die Kosten des Risikos’. Eine fundierte Planung und das Bewusstsein, dass fallweise ein Risiko eingegangen wird, können negative Folgen erheblich abmildern. Erkannte Risiken können durch entgegenwirkende Maßnahmen gemildert oder ausgeschlossen werden.
  • Aufweis von systemischen Abhängigkeiten: Wenn ein Businessplan in einzelne Bausteine aufgegliedert ist, ist es wichtig, dass alle Bausteine inhaltlich von der Zielsetzung her zusammenpassen und das Vorhaben in sich stimmig ist. Zum Beispiel haben Aussagen zur Zielgruppe am Markt Auswirkungen auf den Marketingplan. Die Erlösplanung und die Investitionsplanung beeinflussen den Kapitalbedarf usw. Wenn der Businessplan fertig ist, zeigt sich, ob am Ende alle Bausteine eines Businessplanes miteinander